6.4. Saint Tropez
Hier in Südfrankreich scheint es nicht ein Konzept für Velorouten zu geben. Trotzdem ist man immer wieder überrascht auf einer Strecke zu landen, wo man ohne Autoverkehr wunderbar fahren kann. In dieser Gegend werden auch ehemalige Zugstrecken dafür genutzt. Das Ganze ist aber nicht durchgehend und auch nicht sehr konsequent beschildert. Die positiven Überraschungen machen aber den Reiz einer solchen Reise aus. Dazu gehören auch unerwartete Begegnungen wie heute eine Schildkröte mitten auf der Fahrbahn oder gestern ein Wildschwein mit einem Jungtier zwei Meter neben dem Weg.
Heute führte mich meine Strecke eine Stunde lang der Küste entlang bis nach Saint Maxime. Von dort führt eine Personenfähre direkt in den Hafen von Saint Tropez, in der Nebensaison kann man gut auch mit dem Velo an Bord. Das ist definitiv die gescheiteste Annäherung an Saint Tropez, der Normalfall ist eine Anfahrt auf der Küstenstrasse mit dem berühmten Stau, dann findet man mit Glück ein Parkplatz weit vor dem Dorf und kämpft sich dann zu Fuss bis zum Hafen durch. Ich hab’s jetzt gesehen aber eine Empfehlung dafür würde ich nicht machen. Da habe ich unterwegs viel schönere Städtchen und Fischerhäfen gesehen. Aber viele Südfrankreichtouristen wollen dahin wo mal Brigitte Bardot und Belmondo gebadet haben oder wo Funès seinen Film gedreht hat.
Nachher gehts weiter, es wird wieder ruhiger und meine Route führt mich durch Pinienwälder, deren Duft ich immer geliebt habe.