5.4. Saint Aygulf
Nachtrag zu Cannes: Schreibe jeweils den Blogbeitrag nach der Tagesetappe, bevor ich in die Stadt gehe. Am Samstagabend war in Cannes einiges los. Klar hat es hier auch Touristen, vermutlich auch wegen der Ostertage aber der Mix ist besser als in Nizza. Man hat immer noch das Gefühl, das die Einheimischen in der Überzahl sind. Am Quai war ein Riesenrummel mit Trödelmarkt, einem Petanque-Turnier das vermutlich jeden Samstag um diese Zeit stattfindet und vielen Leuten, die einfach die Sonne und den Samstagabend genossen. Mir hat’s gefallen in Cannes.
Am Morgen ging’s los zuerst der Promenade entlang und dann auf die Küstenstrasse in Richtung Saint Raphael. Dieser Abschnitt sollte jeder Hobby- Velofahrer mal gefahren sein. An diesem Sonntagmorgen fühlte ich mich wie mitten in einem Slow-up. Viele waren auf Rennrädern unterwegs einzeln oder auch in grösseren Gruppen. Die zum Glück nicht zu vielen Autos können sich hier nur dem Velotempo unterordnen. Die Strasse geht rauf und runter und bietet spektakuläre Blicke auf Felsen und das tiefblaue Meer. Ich bin hier mal mit dem Auto durchgefahren und musste mich sehr auf die Strasse konzentrieren. Auf dem Velo sehe ich viel mehr und heute sind mir zum Beispiel die Lavendel an der Strasse aufgefallen. Wie wenn man Rabatten der ganzen Küstenstrasse nach gemacht hätte auch die Duftwolken von Glyzinien und anderen blühenden Büschen fallen einem auf dem Velo viel besser auf.
Der schönste Abschnitt ist etwa 20 Kilometer lang und nachher wird flacher, man nähert sich dem Gebiet von Saint Raphael und Fréjus, hier reiht sich eine Villa an die andere mit hohen Gartenmauern. Meine Etappe führt mich bis Saint Aygulf ein Sommerferienort am Meer.
Unterwegs erhielt ich wieder mehrere gut gemeinte „Bon Courage“. Zweimal wurde ich über meine Strecke ausgefragt und erntete ein „Chapeau“.